Samstag, 26 Juli 2014

Please Hold

Posted in email aus New York

Recherchealltag in New York

Es ist manchmal kein Spass als Journalist in einem fremden Land zu arbeiten. Wenn ich früher in Deutschland bei Institutionen oder Firmen oder wichtigen Menschen angerufen und mich als Reporter für das renommierte Medium XYZ vorgestellt habe, dann wurde ich umgehend durchgestellt; oder wenigstens am selben Tag noch zurückgerufen. Nicht so in Amerika. Der Satz „ich arbeite für eine deutsche Zeitung“ ruft bei den Angerufenen etwa die gleiche Reaktion hervor, wie wenn ein Journalist aus, sagen wir, Albanien beim FC Bayern anruft und ein Exklusiv-Interview mit Oliver Kahn möchte. Alleine die Höflichkeit hindert die Vorzimmerdamen und Assistenten daran, sofort wieder aufzulegen. Manchmal wünscht man sich allerdings, dass sie genau dies tun würden, anstatt einen der Charade zu unterziehen, die sich gewöhnlich nach der Anfrage entspinnt. 

Blog-Posts

Go to top