Freitag, 18 Dezember 2015

Der ewige Kampf von Gut gegen Böse

Posted in email aus New York

Zur neuen Star Wars Episode

Eigentlich hat ja vor 30 Jahren endgültig das Gute über das Böse gesiegt. Die Rebellen hatten in der „Rückkehr der Jedi“ den Todesstern über Endor zerstört und damit die entscheidende Schlacht gegen die finsteren Mächte des Imperiums gewonnen.

Doch natürlich kann es keine neue „Star Wars“-Episode geben, ohne dass der ewige Kampf zwischen Gute und Böse, der seit dem Beginn der Zeit den Fortgang des Universums bestimmt, weitergeht. So haben sich, wie man hört, in der neuesten Star Wars-Folge die Kräfte des Bösen gesammelt und ein neues Regime etabliert. Die Rebellen formieren sich neu, um die Hoffnung auf eine bessere Galaxis am Leben zu erhalten und sowohl die Guten wie die Bösen jagen nach der Lichtgestalt alles Wahrhaftigen und Tugendhaften, dem großen Jedi Ritter Luke Skywalker.

So bleibt der Krieg der Sterne jener große Kampf zwischen den Universalmächten, der er seit seinem Ausbruch vor beinahe 40 Jahren ist. Mitten im moralischen Chaos der Siebziger Jahre, als in der Verwirrung der Vietnam-Ära und des Post-Hippie Zeitalters Amerika die Orientierung verloren hatte, bot George Lucas wieder klare Linien an, die das Große und Ganze ordnen. Der Krieg der Sterne gab den Kinogängern den Glauben daran zurück, dass es noch einen Glauben geben kann, etwas, wonach es sich zu streben lohnt.

Wie im richtigen Leben verliefen die Frontlinien dieses großen Ringens im Krieg der Sterne mitten durch die Familie.  Der Konflikt zwischen dem Guten und dem Bösen wurde von Anfang an als Vater-Sohn Konflikt inszeniert.  Luke rebelliert gegen Anakin, der Triumph des Guten in den Weiten des Universums läuft nur über den Vatermord.

Dabei ist freilich das Böse keine reine Substanz. Darth Vader war schließlich ursprünglich ein „Auserwählter“, dazu erkoren der „Kraft“ – jenes transzendentalen Spannungsfeldes, das alles Seiende durchströmt – Gleichgewicht zu verleihen. Doch der Prophet fällt der dunklen Seite anheim und kann sich auch beim besten Willen nicht davon befreien. Und so bleiben Vater und Sohn auf den entgegen gesetzten Seiten des Krieges der Ur-Mächte.

Es ist ein Muster, das anderen berühmten Familien-Serien nicht fremd ist.  Auch bei den Ewings in Dallas etwa kämpften Gut und Böse gegeneinander, den Sopranos erging es in jüngerer Zeit nicht besser.  Die Familie dient in der populären Imagination gerne als der Ort, an dem sich die großen Themen des menschlichen Daseins am Mächtigsten entfalten.

Im Erwachen der Macht wird nun dieser Kampf an die nächste Generation weiter gegeben. Entschieden wird er, soviel ist gewiss, auch hier nicht. Denn sonst wäre ja die Geschichte des Universums zu Ende und keine weiteren Episoden von Star Wars möglich. Und das ist eigentlich undenkbar.

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